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09/19/2019
Zur Berichterstattung der Rheinpfalz vom 19.09.2019

Nach der neuerlichen Bürgerbeteiligungs-Veranstaltung zum nun geschrumpften Landauer Zukunfts-Stadtteil hat die Aufmachung der Rheinpfalz-Lokalseite am 19. September durch die ironische Kombination zweier sinniger Kopfzeilen wohl so manchen Leser bei der Lektüre belustigt. 

Wir wissen nicht, ob es Absicht war, die Seite so zu gestalten, dass „Leben in Landau XXL“ geplant wird, während wir gleich darauf „Sterben und tanzen für das Klima“. Die Botschaft soll wohl heißen: Lasst uns für das Klima tanzen, während wir unsere Grünflächen munter weiter versiegeln. Hauptsache, der Tanz ist schön.

Die Redakteurin lobt die gelungene Form der Bürgerbeteiligung. Wäre da nicht das unpassende Protestplakat der ewig nörgelnden BI gewesen, die Veranstaltung zum neuen Stadtviertel hätte harmonischer nicht sein können, so der Tenor des Artikels. Ja, natürlich gab es etliche Bedenken, vor allem wegen der völlig ungelösten Verkehrsfrage. Laut Bauamtsleiter Kamplade sei dies jedoch alles kein Problem, wenn man von den Hauptverkehrszeiten einmal absieht. Dummerweise sind die meisten von uns aber gerade während der problematischen Stoßzeiten unterwegs und haben relativ wenig Nutzen von den angeblich unproblematischen restlichen 22 Stunden auf Landaus Straßen.

Herr Joa vom Bauamt verspricht, nach Problemlösungen zu suchen – was man im Übrigen schon seit dreieinhalb Jahren erfolgslos tut – und eine Fußgängerbrücke über die L509 zu bauen. Wie diese das Verkehrsaufkommen an der Schlösselkreuzung und anderswo verringern soll, bleibt rätselhaft. Tatsache ist: es gibt hierfür kein funktionierendes Verkehrskonzept, und es kann auch keins geben, weil die Bahnschranken ein solches verhindern. Ansonsten ging es bei der sogenannten „Bürgerbeteiligung“ keinesfalls darum, ob sondern nur wie gebaut wird. Bürgerbeteiligung hat schließlich ihre Grenzen.

Während man in Landau weiterhin daran bastelt, einen geschützten Grünzug zu betonieren, ohne dass Verkehrs- und Umweltprobleme auch nur ansatzweise gelöst sind, warnt der Stadtentwicklungsexperte Daniel Fuhrhop von der Universität Oldenburg eindringlich davor, mit dem fortschreitenden Bauboom den Klimaschutz zu sabotieren.

In einem in dieser Woche veröffentlichten Interview weist Fuhrhop nach, dass die boomende Bautätigkeit für einen Großteil aller CO2 Emissionen verantwortlich ist, aber gleichzeitig keine Probleme beseitigt: „Seit zehn Jahren wird in Deutschland immer mehr gebaut, aber die Wohnungsnot hat sich weiter verschärft.“ (https://www.n-tv.de/wirtschaft/Bauen-schadet-Klima-wie-Autos-und-Fleisch-article21280049.html)

Recherchen zufolge ist seit 1991 die Zahl der Einwohner Deutschlands um 2 Millionen, die Zahl der neu errichteten Wohnungen zeitgleich um 7 Millionen gestiegen. Rein rechnerisch hätten ein bis zwei Million neuer Wohnungen völlig ausreichen müssen, um den Bedarf zu decken. Warum ist dies nicht gelungen? Fuhrhop ist überzeugt, dass es genug Wohnflächen gibt, diese dem Markt aber nicht zur Verfügung stehen, weil sie zunehmend als leerstehende Anlageobjekte genutzt werden, gerade in begehrten Lagen und Ballungsräumen.

Ein solches Phänomen lässt sich wunderbar am Beispiel des ehemaligen LGS-Geländes beobachten, wo sich jede Menge Zweit- oder Drittwohnungen finden, die fast das ganze Jahr über unbewohnt sind. Solange sich mit Beton viel Geld verdienen lässt, wird der Bedarf weiter anhalten.

Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass das zukünftige Europaviertel auf einer Fläche geplant wird, der im Landesentwicklungsplan IV eine „hohe bis sehr hohe klimaökologische Bedeutung“ beigemessen wird. Gerne würden wir erfahren, wie sich die Betonierung dieser geschützten Fläche mit dem ausgerufenen Klimanotstand vereinbaren lässt.


Das geplante Baugebiet heute:

Nach den Plänen der Stadtverwaltung soll hier ein Baugebiet für bis zu 1250 Wohneinheiten entstehen...

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